"Digitaler Leuchtturm" bleibt selbständig unter neuem Dach

Neuenhauser Gruppe kauft den Nordhorner IT-Dienstleister "I.T.Out" / Weichen für weiteres Wachstum gestellt.

Einen "digitalen Leuchtturm mit Strahlkraft" hat Hans-Peter Nickenig mit seinem Software-Unternehmen "I.T.Out" aufgebaut. Jetzt hat der 69-Jährige sein "kleines Lebenswerk" an die Neuenhauser Unternehmensgruppe verkauft.

Zehn qualifizierte Mitarbeiter, rund 240 kleine und große Kunden in ganz Deutschland, eine Million Euro Jahresumsatz – das Software-Unternehmen "I.T.Out" gilt als eine kleine, aber feine Perle der Digitalbranche. Im Jahr 2000 hatte Nickenig das Unternehmen gegründet. Anfangs ein reiner EDV-Dienstleister, baute Nickenig seine Ideenschmiede innerhalb weniger Jahre zu einem Spezialisten für komplexe und hochspezialisierte IT-Lösungen aus.

Vor allem baute er zielstrebig den Kontakt zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern aus, um seine Mitarbeiter mit den neuesten Möglichkeiten der Digitaltechnik vertraut zu machen – und ihr Wissen dauerhaft am Puls der Zeit zu halten. Heute hat "I.T.Out" vier unternehmerische Schwerpunkte: die Lieferung und Betreuung maßgeschneiderter IT-Infrastrukturen für Unternehmen, Lieferung und Installation von Softwarelösungen für den innerbetrieblichen Daten- und Materialfluss, die Entwicklung kundenspezifischer Softwarelösungen und der Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung. Dort werden im engen Verbund mit hochrangigen Wissenschaftlern, Universitäten und Forschungseinrichtungen neue IT-Lösungen und Anwendungen entwickelt, etwa sogenannte Smart-Home-Anwendungen oder das weltweit erste System zur Unterstützung der Forstwirtschaft beim Monitoring von Borkenkäferbefall in Wäldern.

Jetzt mit 69 Jahren, war es für Hans-Peter Nickenig höchste Zeit, die Weichen für die Unternehmensnachfolge zu stellen. „Ich habe schon länger nach einer Nachfolgelösung gesucht, die meinen Mitarbeitern eine berufliche Perspektive bietet und unseren Kunden die Sicherheit: es geht weiter.“ Diese Lösung habe er mit dem Verkauf an Neuenhauser gefunden. Deshalb hat er seine "digitale Ideenschmiede" zum 1. Juli an die Neuenhauser Unternehmensgruppe verkauft. Nickenig selbst wird dem Unternehmen noch so lange verbunden leiben, bis ein neuer Geschäftsführer gefunden und eingearbeitet ist.

Kunden und Mitarbeiter hätten sehr positiv auf die Verkaufsnachricht reagiert, sind sich Nickenig und Lutz Wolf, Vorstandsmitglied der Neuenhauser Gruppe, einig. "I.T.Out bleibt ein selbstständiges Unternehmen am bestehenden Standort", verspricht Wolf. Ziel sei nicht, das Unternehmen "zu einer erweiterten IT-Abteilung von Neuenhauser zu machen", sondern es mit seiner vorhandenen Kundenstruktur zu erhalten und auszubauen.

Neuenhauser brauche, so Wolf, einen starken Partner in der Entwicklung technologisch führender, lösungsbezogener IT-Produkte und Dienstleistungen. Dazu eigene neue Kompetenzen aufzubauen, würde lange dauern. Viel besser sei, die vorhandenen Kompetenzen von "I.T.Out" zu nutzen und zu erweitern.

Künftig werde das Software-Unternehmen zwar für die Neuenhauser Gruppe Aufträge für neue IT-Lösungen bearbeiten. Es sei aber ausdrücklich gewünscht, dass man daneben wie bisher für Dritte tätig ist und Projekte mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen bearbeitet.

Im Maschinenbau, einem der Schwerpunkte in der Neuenhauser Gruppe, stehe die Digitalisierung im Vergleich zu anderen Branchen erst am Anfang, meint Lutz Wolf. Aber sie werde und müsse in der Produktion, bei den Produkten selbst und beim Einsatzumfeld jetzt sehr schnell vorankommen. "I.T.Out hat die Kraft und die Kompetenz, hierbei als Triebfeder nach innen und außen zu wirken."

Grafschafter Nachrichten, 24.07.2019 | Von Rolf Masselink